Skip to content

Vor über 20 Jahren

Heute Abend sind wir zu einer 80er-Jahre-Party eingeladen. Mit Verkleidung. Natürlich habe ich keine der modischen Irrungen jener Zeit mehr rumliegen, so ich sie denn je hatte. Darum bin ich heute Mittag in die Innenstadt gefahren, um nach veralteten Accessoires zu schauen. Aber ich fand nichts. Die Läden verirrter jugendlicher Pseudomarken-Poser hatten nichts Passendes und Spontisprüche-T-Shirts in Szeneläden kosten mal eben 15-20€.
Ich werde also Sneaker anziehen, eine schlichte Jeans (tatsächlich etwas Karotte, keine Bundfalte), ein ffn-"Wenn der Tag gelaufen ist... Curt und gut"-T-Shirt, daran kommen ein paar Buttons die ich hoffentlich noch finde, eine Muschelhalskette, ein Lederarmband, eine Sonnenbrille mit großen Gläsern und an den Gürtel ein funktionierendes portables Musikkassettenabspielgerät mit Bügelohrhörern und 80er-Jahre Sampler.

Ein weiteres Relikt der 80er, mein manufaktur-Fahrrad, braucht Ersatzteile. Nachdem ich die Kette schon gewechselt hatte, merkte ich Dummi erst, dass Ritzel und Kettenblätter naheliegender Weise auch hin sind. Probleme, weder existiert der Hersteller (SunTour) meiner Komponenten noch, noch sind Kettenblätter mit 122er Lochkreis für 2x6-Gang-Schaltungen leicht zu bekommen. Wenigstens einen geschraubten Kassettenkranz habe ich noch bekommen. Aber wie ich den Kranz ab bekommen soll, oder gar die Kurbeln, weiß der Teufel. Oder der Rat eine befreundeten Tourers: “Hol' dir doch ein Buch”. Und das habe ich im Regal wiederentdeckt: Fahrrad für Kenner von Ulrich Herzog, ein Klassiker seiner Zeit und nur noch antiquarisch zu erhalten.

Von diesem Rad (oder seinem geklauten Vorgänger) gibt es ein Foto auf dem Dach eines mindestens bundesweit bekannten Hotels einer kleinen Stadt, dass kein Hotel mehr sein wird. Damals brauchte ein befreundeter damals noch werdender Journalist ein Foto für einen Artikel über das Radfahren in eben dieser kleinen Stadt. Zu sehen sein sollte ein Rad vor dem Wahrzeichen dieser Stadt, dem Wasserturm. Das Dach des Hotels bot die richtige Höhe und Entfernung zum Turm. Der gefragte Hotelier war einverstanden und schon ging es zur Fotosession durch ein Fenster auf das Dach, wo das zum Glück schwindelfreie Rad auf der Dachkante posen durfte.

Wie jedes Mal

Ja, ich weiß, dass die 5-Jahres-Garantie auf die Membrane meiner undichten G*retex-Mopped-Jacke seit einem halben Jahr abgelaufen ist. Ja, ich habe mir just eine zusätzliche Regenjacke (dummerweise ohne jegliche Taschen) gekauft. Ja, ich hatte die Jacke mit. Nein, ich habe sie nicht sofort angezogen, sondern erst auf halber Strecke mitten im Gewitter. Ja, ich weiß, dass meine G*retex-Schuhe undicht sind. Nein, ich habe sie trotz laufender Garantie noch nicht reklamiert. Ja, ich habe meine wasserdichten Handschuhe reklamiert (wegen der sich lösenden Klettverschlüsse), darum trage ich auch diese leichten, gut durchlüfteten Sommerhandschuhe. Ja, die Lederhose ist frisch eingefettet, aber was nützt das, wenn das Wasser von oben durch die undichte Jacke reinläuft. Ja, ich bin schon 3 Mal in den letzten beiden Wochen nass bis auf die Haut gewesen. Warum sollte das heute früh anders sein. Kann ich wohl nix gegen tun.

Mopped fahren macht dicker

Viel Landschaft, schmale Straßen.
Viel Landschaft, schmale Straßen.
... dachte ich, als ich nach 4 Tagen Mecklenburg-Vorpommern und 1,2Mm Sitzbank plattdrücken plötzlich 15% schwerer war als vorher. Sagte jedenfalls die digitale Wahrheit. Nun hatten wir uns fast nur per Zweirad fortbewegt, dreimal am Tag gut gegessen und Abends gut getrunken. Spontan entschloss ich mich also zu Gemüsesnacks, Fahrradfahren, Kräuterteetrinken und Salat als Hauptspeise.
Zusammen mit der EINEN™ habe ich dann eben noch mal den Test gemacht und siehe da, die digitale Wahrheit zeigte schon ohne Last einen Viertelzentner an und die EINE™ hatte plötzlich auch ein Gewichtsproblem. Puh, sind wohl nur die Batterien leer. Dann darf ich doch noch eines der gelben B*listos essen.

Milchkannen schießen

Wir waren auf einem Polterabend bei BBB (Bratwurst, Bier und Bowle). Auf dem Land zwischen Vorort, Stahlwerk, Verteilerzentrum und Wiesen. Zu Gast war auch ein Trupp Jungs aus dem viel weiter weg gelegenen Heimatdorf des Bräutigams. Diese Jungs hatten ein Milchkanne, ein Seil, einen Vorschlaghammer, Zeitungsfackeln, eine Plastikwanne mit Wasser und ein großes Glas mit Steinen dabei.

Milchkanne, Seil, Fackeln.
Milchkanne, Seil, Fackeln.
Als es dunkel wurde, ging es los. Schnell und routiniert. Einer nahm einen Stein aus dem Glas, steckte ihn in die Milchkanne, gab etwas Wasser dazu. Ein anderer steckte den Deckel (an dem das Seil befestigt war, dessen Ende ein Weiterer festhielt) auf die Kanne und trieb diesen mit dem Vorschlaghammer fest in die Öffnung. Die Kanne wurde kräftig geschüttelt und mit der Deckelseite zur gegenüberliegenden Wiese gerichtet auf den Boden gelegt. Zwei gewichtige Jungs hielten sich an den Händen und drückten die Kanne mit den Füßen fest auf den Boden. Nun kam einer mit einer brennenden Zeitungsfackel und hielt diese an eine kleine Öffnung an der Unterseite der Kanne. RUMMS! Ein beeindruckender Knall und der Deckel der Kanne flog weit in die Wiese und wird mit dem Seil zurückgeholt. Der brennende(!) Stein wurde mit Zeitungspapier abgedeckt und gelöscht.

Milchkannen schießen nennt man das das. So verabschieden die konfirmierten und unverheirateten Jungs aus dem Dorf ihre Junggesellen. Das hätten schon die Väter und Großväter gemacht. Die Steine sind aus Karbid, das mit Wasser Methangas freisetzt, das wiederum hoch explosiv ist. BUMM hat es noch ein paar Mal gemacht.

Gegner

Als ich heute Morgen los fuhr, versuchten mehrere unauffälligen Menschen in unauffälligen Autos mit Bonner Kennzeichen in unserer Straße zu parken. Das die hier keine Verwandten besuchen wollten, war offen sichtlich. So schlecht wie die Beamten ihre alten Fahrzeuge in unsere kleinen Restlücken quetschten, waren sie wohl nur mäßig ausgebildet. Im Laufe des Tages wusste ich, dass sie wohl ein paar Häuser weiter Gipfelgegner vermuten. Oups, aber wie schon die EAV sang und Herr Schäuble weiß: Das Böse ist immer und überall.
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass unsere Funkzellen hier (wie im Beispiel Paderborn wegen eines anderen Verdachtes) zur Zeit abgehört werden. Na super.

Heute Abend kam ich spät nach Hause und nicht in unsere Straße rein. Zahlreiche (grün-weiße) Autos versuchten irgendwie rückwärts aus selbiger zu fahren (an der Fahrausbildung unsere Sicherheitskräfte wird offen sichtlich gespart). Ein flugs interviewter Mann in grauer Kampfmontur erzählte was von Demonstranten und dass ich mir keine Sorgen machen müsse. Ich machte mir tatsächlich Sorgen, allerdings um einen freien Parkplatz vorm Haus und die lackgefährdenden Fahrkünste seiner Kollegen.

Vorhin dann zeigte mir unsere Nachbarin von oben (die mit der tollen Aussicht) dichten Rauch in der Innenstadt. Die Razzien werden wohl nicht kommentarlos hin genommen.

Livemusik

Ich schaue/höre seit heute früh “Pop around the clock”, ein an Silvester und 1. Mai von 3sat ausgestrahlter Thementag. Den ganzen Tag werden aufgezeichnete Livekonzerte verschiedenster Künstler gezeigt. Es lohnt sich dafür, den Fernseher oder die Settopbox (DVB-T) an die Stereoanlage anzuschließen (sollte eh Standard sein).
Diese Sendung sind übrigens auch ein Grund, warum ich bekennender Gebührenzahler bin. Bestes PayTV/-Radio für einen günstigen Preis.
tweetbackcheck