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Laut

SpOn widmet sich mal wieder einem Moppedthema. Und sie machen sich offengelesen Sorgen um unsere Ohren. Um zu laute Windgeräusche unter unseren Helmen geht es. Natürlich müssen, wie bei allen Lärmthemen in der Mainstreampresse, mal wieder dicht vorbeifliegende Düsenjets als Vergleichwert herhalten. Kennt ja schließlich jeder. Aber sonst ist der Artikel ganz passabel. Dass Windschilder nicht immer eine Verbesserung bringen müssen und dass es auf nackten Maschinen recht ruhig zugehen kann, wird erzählt. Und das nicht jeder Helm auf jedem Mopped gleich laut/leise ist.

Im letzten Sommer hatte ich mein Windschild mal abgebaut. War Klasse: mehr Lüftung und weniger Lärm. Und falls ich doch mal eine längere Dosenbahn-Etappe fahre (sehr selten), benutze ich die MotoSafe-Stöpsel aus dem SonicShop. Beide Maßnahmen sollen übrigens nicht ganz legal sein, aber, was solls.

Moppedurlaub

Beim lesen/ansehen eines Artikels über moppedfahrende Frauen in Indien im Motorrad-Blog, viel mir ein, dass ich mal eine Sendung über ungewöhnliche Hotels gesehen hatte. Darin kam ein von Deutschen geführtes Hotel auf/in(?) Goa vor, das unter anderem geführte Touren mit Enfields anbietet. Nach längerem Suchen habe ich es gefunden: Das Casa Tres Amigos. Ich kenne den Laden nicht näher, aber wer einen "alternativen" Urlaub mit der lustvollen Verschwendung von Rohstoffen verbinden möchte, könnte dort fündig werden.

Rumgekurvt

Dieses Foto stammt von einem Sicherheitstraining in 2001. Aber Ort, Mopped, Fahrer, Regenkombi und Wetter waren gleich.
Ich habe an einem Kurventraining des lokalen AD*C teilgenommen. Die 4-stündige Abendveranstaltung war ein erster Versuch und (noch) nicht kaskoversichert, wie man uns bei Beginn mitteilte. Und obwohl es in Strömen regnete, hat es einen Heidenspaß gemacht. Da ich es gewohnt bin bei Regen zu fahren (im Gegensatz zu anderen Teilnehmern), da ich weiß wie gut mein Anakee bei Nässe haftet, da ich weiß welch tollen Grip der Asphalt auf dem Übungsplatz hat und da mein Mopped einseitig längst angekratzt ist, konnte ich unbekümmert drauflos fahren und meine Linie suchen. Die Idee, nur einen Fahrzustand intensiv zu trainieren, ist einfach gut. Der zusätzliche Schwierigkeitsgrad Nässe übte zwar noch mehr, ich hätte sie allerdings gerne mal wieder auf die Rasten gebracht. Im nächsten Jahr soll vielleicht zusätzlich ein reines Bremstraining angeboten werden.

Verlangsamt

Bitte aussteigen und schieben wäre ehrlicher.
Das ist keine Photomontage. Gefunden habe ich es im Wurster Land. Es gab keinen offen sichtlichen Grund für dieses Limit. So manch ungeübter Kradler macht sich wahrscheinlich lang beim Versuch, die 6 km/h auf dem Tacho zu entdecken und das gleichzeitig auch noch einzuhalten. Zum Glück waren wir mit einem WoMo unterwegs. Von denen weiß man ja, dass sie dahin schleichen (was kein Grund war uns einen Tag später die Front an dem Ding kaputt zu fahren). Ja ich weiß, dass in Spielstraßen auch nicht schneller gefahren werden darf.

Salzliegewiese.
So schön ist der Norden vorm Deich. Und überraschend. Stellte sich doch heraus, dass der Campingplatz von einem Nudistenverein betrieben wird, als wir immer mehr Nackerte herum laufen sahen. Im Gespäch vertieft vergaß Mann dann auch mal, sich nicht am Arsch zu kratzen.

Kalletal

Sonntag Morgen, nur 23 Grad, Wolken, die EINE™ hat Dienst, das Mopped wartet. Benzinhahn, Verkleidung und Bremsen wurden gestern repariert, das Windschild zwecks besserer Belüftung des Kradlers abgebaut. Los geht's. Ah, der Blinker geht nicht, ist das Kabel am Relais schon wieder lose, befestigt, dabei schon geschwitzt, getankt und wirklich - los.

Irgendwie zog es mich gen Süden und schon war ich am Rand der Mittelgebirge. Ein Restaurant zum gelben M ward gefunden. Die Idee, die mitgenommene Karte mit rein zu nehmen, scheitert im Ansatz. Das Blatt ist just hier zu Ende. Toll. Warum überlege ich auch nie vorher, wohin ich fahren möchte. Im Restaurant habe ich ein muffines Brötchen bestellt und mich zu einem dort schon rastenden Kradisten gesetzt. Wir kamen ins Gespräch und er fragte mich, wohin ich wolle. "Kurven suchen ohne Karte" war meine Antwort. Kein Problem, die seien hier gleich um die Ecke im Kalletal. Er sei da gerade durchgefahren, er käme von hier und wolle da wieder durch zurück. Ob er mir ein paar Strecken zeigen dürfe. Ja! Also raus. Es ist schon wärmer. Der Kerl fährt eine 90er Bimota YB8. Oups. Das Ding hat 147 PS und geht 300. Äh, ja. Ich verstehe nicht, warum seit ein paar Jahren (spätestens seit der Hayadingsda) diese vermeindlich magische Zahl so durch die Presse geht. Sie scheint ja schon viel länger Realität zu sein. Nun gut.

Es geht los und bald winkt er mich vorbei und zeigt nur an, wenn wir an Abzweigungen abbiegen wollen. Irre. Kurve an Kurve. Durch Wälder und über Hügel. Der V2 röhrt glücklich. Anakee haftet, kein Rutschen, nur Spaß. Der neue vorne verliert seine Angstnippel, der alte hinten verliert doch noch etwas Profil an den Außenseiten. Kurze Pause. Er meint was von letzter Rille bei mir. Hm. Sieht wohl spektakulärer aus, als ich glaube. Es geht weiter, er voran, gemächlicher als vorher. Trotzdem toll. Ab und zu dreht er auf, lässt sich wieder einholen.
Da es wieder heiß wird und ich zum Dienstschluss der EINEN™ den Treppenhausputzdienst erledigt haben wollte, zeigt er mir die Bundesstraße gen Norden. Danke, hat Spaß gemacht! Fahr vorsichtig meint er und ich fahre ölsparend nach Hause.

Schutzkleidung

Ich stand in voller Montur vorne am Fähranleger, um einen größeren Fluss zu überqueren. Sonntags fahren die Fähren nicht so häufig, ich musste länger warten. Neben mir warteten zwei Frauen zu Fuß mit ihren kleinen Mädchen auch auf die Fähre.
Kind 1: "Mama, was ist das?"

Mutter: "Ein Motorrad."

Kind 1 winkt: "Hallo, Motorrad!"

Kind 2 winkt auch: " Hallo Motorrad!"

Bis die Fähre kam, musste ich noch öfter zurückwinken und "Hallo" sagen.

Anders eine Begegnung im Treppenhaus ein paar Tage vorher. Ich ging komplett geschützt nach oben. Da ich zu den Weicheiern gehöre, die immer verpackt in Stiefel, Lederhose, Jacke (ein helleres Sommermodell ohne Gore, aber mit Lüftungsöffnungen), Handschuhe (Sommerversion, leicht und belüftet), Integralhelm (der luftigere Crosshelm lag oben) fahren, war mir, so nebenbei, recht warm. Auf der Treppe nahm ich Helm und Sturmhaube ab, mir kommt eine unbekannte Mutter samt Kind entgegegen.
Mutter: "Gut dass Sie das machen, sonst hat das Kind ja Angst vorm schwarzen Mann."

Ich: ???

Gute Frau, wenn Sie ihrem Kind nur oft genug erzählen, dass man Angst vor schwarz gekleideten Männern haben muss, wird das irgendwann auch so sein.

Bei der Gelegenheit: Sprüche wie "Wir haben nichts." oder "Hilfe, ein Bankräuber.", wenn ich helmabsetzend die Sturmhaube irgendwo abstreife, nerven auch etwas. Merke: Vielleicht sehen Bankräuber wie Motorradfahrer ohne Helm aus, aber nicht umgekehrt. Zahlreichen Tankstellen oder meiner morgentlichen Bäckerei ist das ja auch egal. Sind Kradisten solche Exoten in diesen Zeiten und nördlichen Gefilden?

Kein Bremslicht

Habe vorgestern Abend zufällig beim spiegelnden Blick in ein Schaufenster kein Bremslicht gesehen. Oups, wie lange das wohl schon kaputt ist. Soso, mit der Fußbremse geht es. Aha, dann ist der Schalter am Handbremshebel wohl kaputt. Heute Mittag dann schnell in die Garage, Werkzeug bereit gelegt, gekuckt und: Einer der beiden Kabelschuhe am Schalter war ab. Kontaktspray rein, Kabelschuh wieder raufgeschoben und heile. Hätte ich auch gleich vorgestern Abend machen können.

Rabauken

Wir haben zwar wenig Kurven hier, dafür werden wir auch selten so gezielt kontrolliert, wie in südlicheren Gebieten der Republik. Einmal im Jahr ist das anders:

Polizei jagt Motorrad-Rabauken

In den Niederlanden sind an diesem Wochenende mehrere Motorradrennen – traditionsgemäß kontrolliert die Bremer Polizei deshalb verstärkt auf der Autobahn 1.

Quelle: Buten & Binnen vom 23.6.2006


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