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Spätherbst

keine AngabeDie Nordwestbahn übernimmt regionale Strecken der Deutsche Bahn im Bundesrandgebiet in der Metropolregion, das Ganze wird Regio-S-Bahn genannt und stolz von der (vermutlich selten damit fahrenden) Politik präsentiert. Gleich am zweiten Tag geht es wie immer weiter: Verspätung, keine Information und wenn doch, dann nur in den Zügen durch unverständliche Lautsprecher. Keine Verspätungsangaben auf den Übersichtstafeln im Bahnhof oder im Netz (das kann ja sogar die DB). Aber nach Jahren der Planung kommt die reale Pseudo-S-Bahn wohl etwas überraschend für so etwas. S-Bahn heißt für mich gleichmäßige Vertaktung. Pseudo-S-Bahn deshalb, weil es die Fahrplaner geschafft haben, drei Züge in einer Richtung innerhalb von 12 Minuten fahren zu lassen. Vorher waren es immerhin 21 Minuten. Jetzt also 48 Minuten Pause. Theoretisch, denn vielleicht werden die heutigen Verspätungen ja in einem Jahr zur Regel. Und sogar die lokalen Busunternehmen haben Probleme, ihre Fahrpläne daran anzupassen.

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Von Steinen und Mächten

Ein Bagger nimmt das Pflaster des Sterns hoch, Asphalt folgt. Unser Albtraum.
Heute Nacht beginnen Am Stern nebenan die lange angekündigten Bauarbeiten. Neuer Straßenbelag, kein Pflaster mehr (protestlos) und eine seltsame Pufferzone zwischen motorisierten und pedalbetriebenen Fahrzeugen. Ich dachte, die Erkenntnis, dass das Trennen von Verkehrsteilnehmern der falsche Weg zu mehr Verkehrssicherheit ist, hätte sich schon rumgesprochen. Aber Wissen geht halt verloren, die Kreationisten sind ein Beleg dafür. Die Auswirkung der halben Vollsperrung bemerken wir schon jetzt: Verwirrte Autofahrer suchen sich durch unsere holperige Wohnstraße ihren nächtlichen Weg.

Apropos: Heute gab es ein weiteres Treffen von Mietern und Eigentümern unserer Straße zum Pflastererhalt. Es gab einen eigenen Fototermin, ein erster Presseartikel erschien, ein Besuch der Beiratssitzung nächste Woche wird vorbereitet, ein Treffen mit einem Staatsrat ist möglich. Es wird. Und so nebenbei lernen wir nette und interessante Nachbarn kennen.
Um nochmal auf das schon erklärte Pflasterkataster zurückzukommen: Wir sind die einzige Straße im ganzen Barkhofviertel, die nicht drin steht. Und die einzige, bei der noch der Kanal saniert werden muss.

protestierende Bewohner
schöne, kaputte Straße
Über 100 Jahre alte Straße und Häuser. Bäume und Autos sind vermutlich jünger.

Ärger mit dem Pflasterkataster

Mehr zufällig haben Bewohner unserer Richard-Wagner-Straße in Bremen mitbekommen, dass schon Ende dieses Monats mit der Sanierung des Abwasserkanals begonnen werden soll. Neben den monatelangen Unannehmlichkeiten einer Baustelle soll dabei das uralte Kopfsteinpflaster gegen schlichten Asphalt getauscht werden. Die Bewohner wehren sich dagegen.

Die Wohnqualität in dieser alten Bremer Wohnstraße wird auch vom Aussehen eben dieser Straße bestimmt. Das alte Pflaster passt einfach zu den über hundert Jahre alten Häusern mit ihren Vorgärten und dem Baumbestand auf beiden Seiten der Straße. Ähnliches beschreibt das Bremer Pflaster-Kataster, in dem mit ihrem Straßenpflaster erhaltenswerte Straßenzüge aufgeführt sind, in seiner Präambel. Leider steht unsere Straße nicht im Kataster. Genauer: Nicht mehr. Denn Ende der neunziger Jahre wurden zahlreiche Straßen aus diesem Kataster entfernt. Ebenfalls Ende der neunziger Jahre privatisierte Bremen sein Abwassersystem mit der hanseWasser. Die aus dem Kataster entfernten Straßen waren angeblich vor allem solche, bei denen das Abwassersystem sanierungsbedürftig war. Und Pflaster Erhalten oder Wiederherstellen ist teuerer als schnödes Asphaltieren. Ein Schelm, wer eine Verbindung sieht.

Eben diese hanseWasser will nun das Abwassersystem in unserer Straße erneuern: Also Pflaster runter, Straße auf, Rohre tauschen, Straße zu, Asphalt drauf. Laut Ortsamt bis zu neun Monate lang. Danach hätten wir eine asphaltierte Abkürzung vor der Tür, mit der man sich z. B. die nächste Ampelkreuzung sparen kann. So, wie das noch die älteren Bewohner aus den siebziger Jahren kennen, als die Taxis an ihnen vorbeibrausten. Zur Zeit ist das kaum möglich. Nicht nur wegen des Pflasters, das gab es damals ja auch schon, sondern wegen seines Zustandes. Historisch gewachsene Verkehrsberuhigung sozusagen. Mittlerweile von den Verkehrsbehörden durch das Aufstellen eines Tempo-Zehn-Schildes bestätigt. Und dieser Verkehrszustand soll zusammen mit dem optischen Zustand so bleiben, wollen die Bewohner.

Das das geht, haben erfolgreiche Proteste anderer Straßen gezeigt, die ebenfalls nicht im Kataster standen. Und vor kurzem waren die Bauarbeiten am Ende der Straße zum Anschluss an die neue, zu breite Hauptstraße beendet. Das dafür aufgerissene Straßenstück wurde wieder mit den alten Steinen gepflastert. Geht doch.

Auf einer gut besuchten Bewohnerversammlung heute Abend wurde all dies besprochen. Anwesend waren Alte und Junge, Mieter und Besitzer. Maßnahmen, um den Protest zu zeigen und um Medien auf das Problem minderwertiger Straßensanierung durch eine Privatfirma hinzuweisen, wurden besprochen. Da das Unternehmen es keine drei Wochen vor Baubeginn nicht für nötig hält, die Betroffenen und die Öffentlichkeit zu informieren, tun wir das.

Versammeltes I

Immer wieder passiert es mir beim Schrauben, dass irgendwas nicht geht wie gedacht, ich etwas anderes vorher abschrauben muss, das wiederum nicht ohne Probleme abgeht, ich dabei entdecke, dass da überraschend noch was ganz anderes geflickt werden muss und ich so zum Lösen des ursprünglichen Problems an dem Tag gar nicht komme. So heute. Die neue Alte aka „Sänfte“ steht nun arg demontiert rum und hofft auf neue Teile und Eingebungen meinerseits. Dafür ist die Kleine bereit für die Hauptuntersuchung und die alte Alte aka „Öldurst“ trägt mich brav und ölsaufend durch die Gegend.

Apropos Gegend: Habe heute in der großen Stadt ein klasse Cross- und Endurogelände gefunden. Mittenmang im Hafen bei der Mövenkolonie. Wohl nur am Wochendende nutzbar (mit Baufahrzeugen messe ich mich ungern) und leider am Zuweg zum Anleger von Z*ll und P*lizei. Aber für eine Viertelstunde Spaß reicht es.

Warum AUSGERECHNET heute dreikommazwei SPANISCHE EUROS in meinem Portmonnaie sind? Keine Ahnung, aber es waren noch mehr deutsche Euros drin (alles nur Münzen). Das vermeindlich schlechte Omen wurde somit zu einem guten.

Geschichte im Vorbeigehen

Das steinerne Kreuz.
Die steinerne Inschrift.
Den Namen habe ich im Vorbeigehen oder -fahren schon mal wahr genommen. Aber erst heute hat DIE EINE™ entdeckt, dass dieser plakative Straßenname der Realität entspricht. In der Straße Beim Steinernen Kreuz im Viertel steht nämlich genau das, ein (großes) steinernes Kreuz. Keine Ahnung, warum wir das noch nie gesehen haben. Darunter liegt ein Stein mit einer Inschrift, die von der Hinrichtung eines Bürgermeisters erzählt. Das Netz weiß mehr: 1430 wurde Johann Vasmer wegen vermeindlichen Hochverrats hingerichtet. Seine Familie kämpfte erfolgreich um seine Rehabilitation und errichtete 1435 das steinerne Vasmerkreuz.

Kalletal

Sonntag Morgen, nur 23 Grad, Wolken, die EINE™ hat Dienst, das Mopped wartet. Benzinhahn, Verkleidung und Bremsen wurden gestern repariert, das Windschild zwecks besserer Belüftung des Kradlers abgebaut. Los geht's. Ah, der Blinker geht nicht, ist das Kabel am Relais schon wieder lose, befestigt, dabei schon geschwitzt, getankt und wirklich - los.

Irgendwie zog es mich gen Süden und schon war ich am Rand der Mittelgebirge. Ein Restaurant zum gelben M ward gefunden. Die Idee, die mitgenommene Karte mit rein zu nehmen, scheitert im Ansatz. Das Blatt ist just hier zu Ende. Toll. Warum überlege ich auch nie vorher, wohin ich fahren möchte. Im Restaurant habe ich ein muffines Brötchen bestellt und mich zu einem dort schon rastenden Kradisten gesetzt. Wir kamen ins Gespräch und er fragte mich, wohin ich wolle. "Kurven suchen ohne Karte" war meine Antwort. Kein Problem, die seien hier gleich um die Ecke im Kalletal. Er sei da gerade durchgefahren, er käme von hier und wolle da wieder durch zurück. Ob er mir ein paar Strecken zeigen dürfe. Ja! Also raus. Es ist schon wärmer. Der Kerl fährt eine 90er Bimota YB8. Oups. Das Ding hat 147 PS und geht 300. Äh, ja. Ich verstehe nicht, warum seit ein paar Jahren (spätestens seit der Hayadingsda) diese vermeindlich magische Zahl so durch die Presse geht. Sie scheint ja schon viel länger Realität zu sein. Nun gut.

Es geht los und bald winkt er mich vorbei und zeigt nur an, wenn wir an Abzweigungen abbiegen wollen. Irre. Kurve an Kurve. Durch Wälder und über Hügel. Der V2 röhrt glücklich. Anakee haftet, kein Rutschen, nur Spaß. Der neue vorne verliert seine Angstnippel, der alte hinten verliert doch noch etwas Profil an den Außenseiten. Kurze Pause. Er meint was von letzter Rille bei mir. Hm. Sieht wohl spektakulärer aus, als ich glaube. Es geht weiter, er voran, gemächlicher als vorher. Trotzdem toll. Ab und zu dreht er auf, lässt sich wieder einholen.
Da es wieder heiß wird und ich zum Dienstschluss der EINEN™ den Treppenhausputzdienst erledigt haben wollte, zeigt er mir die Bundesstraße gen Norden. Danke, hat Spaß gemacht! Fahr vorsichtig meint er und ich fahre ölsparend nach Hause.

Pierburg

Das ist kein Ort. Jedenfalls nicht dass ich wüsste. Es ist der Hersteller des Vergasers in meinem Auto. Der 2EE ist technisch anders als andere Vergaser, er ist nämlich elektronisch geregelt. Das war nötig, um einen geregelten Katalysator verbauen zu können. Später hat man dazu Einspritzanlagen genommen. War wohl besser. Bemerken kann man ihn daran, dass sich das Gaspedal gerne mal unterm Fuss bewegt.
So weit, so schlecht. Seit längerem zickt er. Verweigert mal die Gasannahme, lässt den Motor ausgehen. Und nun macht er mich lächerlich. Im Standgas lässt er ständig den Motor aufheulen. Bruuuumm, bruuumm, bruuumm. Peinlich. Und wenn die Ampel dann rot-gelb zeigt und ich Gas gebe, lässt er den Motor absterben. Noch mal so peinlich. Mistding.
Da die Ersatzteile sau teuer sind und die Diagnose nicht einfach ist, suche ich eine erfahrene Pierburg-Werkstatt in der Stadt. Leider waren die Dinger lange Zeit völlig unauffällig, so das sich kaum noch jemand damit auskennt.

Nachtrag vom 20.7.:
Zwei ratlose Werkstätten später (eine dritte hatte dankend abgelehnt), habe ich mir selber vom Schrott einen kompletten Vergaser gekauft. War Dank des freundlichen, polnischen Verkäufers günstig und wurde mir extra aus einem Wagen auf dem Hof ausgebaut. Der die ganze Zeit verdächtige Drosselklappenansteller war in einer Stunde von mir selber getauscht und nun ist alles gut. TÜV und AU gabs anschließend problemlos bei der Werkstatt des geringsten Misstrauens. Den hätte ich den Wagen vielleicht gleich zum Fehlersuchen geben sollen.

Strände

Drei Beispiele nordischer, nicht weit entfernter Wasserkanten:

Die Herrmannshöhe zwischen Lübeck und Timmendorfer Strand im Januar.
Deutschlands größte Flussinsel, Harriersand in der Unterweser, im April.
Texel im Mai.


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