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Milchkannen schießen

Wir waren auf einem Polterabend bei BBB (Bratwurst, Bier und Bowle). Auf dem Land zwischen Vorort, Stahlwerk, Verteilerzentrum und Wiesen. Zu Gast war auch ein Trupp Jungs aus dem viel weiter weg gelegenen Heimatdorf des Bräutigams. Diese Jungs hatten ein Milchkanne, ein Seil, einen Vorschlaghammer, Zeitungsfackeln, eine Plastikwanne mit Wasser und ein großes Glas mit Steinen dabei.

Milchkanne, Seil, Fackeln.
Milchkanne, Seil, Fackeln.
Als es dunkel wurde, ging es los. Schnell und routiniert. Einer nahm einen Stein aus dem Glas, steckte ihn in die Milchkanne, gab etwas Wasser dazu. Ein anderer steckte den Deckel (an dem das Seil befestigt war, dessen Ende ein Weiterer festhielt) auf die Kanne und trieb diesen mit dem Vorschlaghammer fest in die Öffnung. Die Kanne wurde kräftig geschüttelt und mit der Deckelseite zur gegenüberliegenden Wiese gerichtet auf den Boden gelegt. Zwei gewichtige Jungs hielten sich an den Händen und drückten die Kanne mit den Füßen fest auf den Boden. Nun kam einer mit einer brennenden Zeitungsfackel und hielt diese an eine kleine Öffnung an der Unterseite der Kanne. RUMMS! Ein beeindruckender Knall und der Deckel der Kanne flog weit in die Wiese und wird mit dem Seil zurückgeholt. Der brennende(!) Stein wurde mit Zeitungspapier abgedeckt und gelöscht.

Milchkannen schießen nennt man das das. So verabschieden die konfirmierten und unverheirateten Jungs aus dem Dorf ihre Junggesellen. Das hätten schon die Väter und Großväter gemacht. Die Steine sind aus Karbid, das mit Wasser Methangas freisetzt, das wiederum hoch explosiv ist. BUMM hat es noch ein paar Mal gemacht.

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