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Verstaubt

In den Mittagsstunden eines wolkigen Aprilsonntages kam es im Bereich des südlichen Bürgerparks zu ungewöhnlich hohen Staubkonzentrationen. Hustende Meisen und röchelnde Gartenzwerge zeugten von diesem Ereignis.

Mitarbeiter des Einsatzstabes „Klimaaktionismus“ fanden bald die Ursache: Der männliche Teil eines Paares mäßiggutbürgerlicher Dinks (die nebenbei im Besitz von 4,5 Fahrzeugen mit benzinhaltigen Verbrennungsmotoren sind) hatte seiner frühlingsputzenden Frau ungeplant helfen wollen. Er nahm nacheinander zwei neben ihm auf dem Sofa liegende Wolldecken und schüttelte diese auf dem Balkon der gemeinsamen Wohnung hemmungslos aus.

Die entstehende Staubwolke zog, getrieben durch einen starken Ostwind, über die Innenstadt in Richtung einer kleinen Stadt im benachbarten Bundesland. Dort glaubte man zunächst an einen sich nähernden Schneesturm. Dann erinnerte man sich aber an die penetranten Warnungen der üblichen Medien über das doch erwärmte Klima und sprach kundig von Staubbelastungen durch äolische Sedimente (“Der Löss kommt!” ist seitdem ein geflügeltes Wort und löst mehr Angst aus als “Der Russe kommt!” Beides entbehrt wissenschaftlich haltbarer Gründe und wird darum gerne geglaubt.)

Die zuständige oberste Reinigungsfachkraft aka Umweltsenator der Staubverursacher versprach noch beim sonntagnachmittäglichen Biokaffeetrinken, dieser Form der privaten Umweltverschmutzung rasch Einhalt zu gebieten: „Putzen kann tödlich sein“ soll zukünftig auf allen Reinigungsmitteln, Putzlappen und Staubsaugerbeuteln stehen.

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