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Motorradgeschichten

Foto: unsplash.com Sergey Zolkin
Foto: unsplash.com Sergey Zolkin

Es ist faszinierend, wie viele Menschen eigene Motorradgeschichten erzählen können. Vor allem die Alten. (Ich höre Alten sehr gerne beim Erzählen zu. Mein Tipp, hört euch mal Opa Harald an.). Damit meine ich nicht nur Verwandte, sondern auch wildfremde Menschen auf dem Garagenhof beim Schrauben oder einfach auf dem Supermarkplatz. Aber auch bei jüngeren Verwandten und Freunden gibt es Motorraderinnerungen. Oft sind das Geschichten von Unfällen, klar, sowas bleibt hängen. Aber nicht nur.

Und ein paar Geschichten sind mir heute Nacht wieder eingefallen.

  • Die alte Frau, die lächelnd von den Motorradausflügen am Wochenende mit einem Freund (nicht der spätere Ehemann) erzählte. In den 1930ern.
  • Die Familie, für die es ganz normal war, zu viert mit dem Gespann unterwegs zu sein. Der Kleine auf dem Schoß der Mutter im Beiwagen, seine Schwester als Sozia. In den späten 1930ern.
  • Der alte Mann, der grinsend erzählte, dass er es in nur zehn Minuten mit dem Krad in die große Stadt geschafft hat. In den 1950ern. Später hat er sich bei Glatteis direkt vor seinem Arbeitsplatz im Hafen schmerzhaft lang gemacht. Seine 50er, die locker 100 geht, hat er heute noch.
  • Der alte Mann, der sich eine schnelle Horex geholt hatte. Schon nach wenigen Tagen wurde er von zwei betrunkenen Handwerkern abends abgeräumt. Immerhin waren die beiden so nett, ihn und das Krad mit dem Lieferwagen nach Hause zu bringen. Die Horex hat er bald wieder verkauft, sie war ihm zu gefährlich. Müsste auch in den 1950ern gewesen sein.
  • Der Mann, der sich als Jugendlicher in den frühen 1950ern oft die Vespa eines Freundes lieh. Bis seine Mutter dahinter kam. Er hatte noch keinen Führerschein.
  • Die Frau, die als junges Mädchen in den 1970ern begeistert Mokick gefahren ist. In ihrem Freundeskreis haben sich damals zwei Jungs mit ihren Motorrädern zu Tode gefahren.
  • Der damals junge Mann, der Ende der 1980er eine Kurve zu sportlich nahm und krachend mit dem Kleinkraftrad in die Fußgängerzone seiner Heimatstadt schlitterte. Er fährt heute noch.
  • Der ebenfalls damals noch junge Mann, der die Fahrschulmotorräder seines Vaters fahren durfte. Einmal hat er mit einer 80er eine Kurve geradeaus zwischen den Bäumen hindurch auf eine Wiese durchfahren. Er fährt heute nicht mehr.

Fragt doch einfach mal andere Menschen, ob sie eigene Motorradgeschichten haben. Und fangt bei den älteren Verwandten an, so lange sie noch davon erzählen können.

Foto: Sergey Zolkin

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Kommentare

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Der Alte Griesgram am :


Ich glaube die Geschichte, die mir an Tankstellen oder auf Parkplätzen am Häufigsten erzählt wurde ist: "So eine hatte ich früher auch, das ist doch eine Triumph/BSA/Matchless/Engländerin." - Neine es war eine SR500, aber es war schön mit Euch zu plaudern. Passiert mir heute mit CRFL und ZX-12R nicht mehr.

Der Alte Griesgram schrieb auch: #motwunsch Linkliste

Bla am :


Ich werde manchmal auf die Ganzjahresfahrerei angesprochen.

Nächstes mal frag doch einfach, wie sie zum Kradfahren gekommen sind und warum sie nicht mehr fahren.

Alexander am :

So eine Güllepumpe ist auch ein guter Geschichtenmagnet. Damit hört man ebenfalls alle naselang irgendwo "Oh, so eine hatte ich früher auch mal!".

Ich weiss noch, wie Herr Trölf und ich auf dem Rückweg von Kroatien auf einem Supermarktparkplatz standen und mich eine Frau um die 60 (wenn meine Erinnerung so einigermaßen stimmt) angesprochen und von ihren Touren auf der damals nagelneuen Maschine erzählt hat.

Bla am :


Genau solche Geschichten, wie die von der Frau, meine ich. Ist doch toll, wenn dir jemand sowas erzählt.

Ernie Troelf am :

Ich mag die Geschichten auch gerne.

Manchmal amüsieren mich ich aber auch die Tankestellen-Kasper sehr. Wie z.B. dieser hier, der meine Cafe Racer SR500 beäugte und sprach:

"Ich bin der Vorsitzende vom CafeRacer-Verein XXX und ich kenn mich total gut aus mit allen alten Moppeds. Ich hab schon alles mögliche umgebaut. Ich hab voll die Mega-Ahnung und find' dein Umbau da echt schick. Da kannste Dir was drauf einbilden. Erzähl ich nicht jedem. Aber sag mal, warum hast Du denn einen japanischen Motor in das schöne alte englische Bike gehängt?"

Bla am :


Mir hat einer auf'm Supermarktparkplatz letztens zugerufen: „Fährst'e das ganze Jahr?“. Ich habe genickt. Er nickt anerkennend zurück und hebt den Daumen. Ich grins unter'm Helm. Aber ist doch nett.

Kutze am :

"Das ist aber eine schöne BMW" Mit der Ural. Überall.

Am Sonntag sprach ich mit einem Mercedesfahrer:

Er stieg grad aus seiner E-Klasse aus und meinte, es sei ja mal R100GS gefahren. Sogar mal bis nach Prag.

Danach meinte er es sei ja ganz schön kalt. Und stieg wieder in seinen Benz.

Wir haben öfter Kunden die dann begeistert Geschichten erzälen: Zum Beispiel zwei Typen die mit einer Cjiang Jiang nach Frankreich zu einem Treffen gefahren sind. 1000km einfach. An einem Wochenende. Mit einer chinesischen Kopie, einer russischen Kopie eines 70 Jahre alten Motorrades! Ware Helden!

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