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Gabel-Feder-Öl-Wechsel an der 88er Transalp XL 600 V und anderen (mit Nachtrag)

Wenn ihr ein unerklärliches Klappern im unteren Cockpitbereich habt, das mir unbekannte Wechselintervall eures Gabelöls überschritten ist (meines ist je nach Qualität schon nach 10-15Mm durch und die Gabel klappert) oder ihr eurem Fahrwerk mit progressiven Gabelfedern mal was richtig Gutes tun wollt, dann sei euch mit dieser Beschreibung geholfen.

Ich beziehe mich auf Alps mit Ölablassschrauben unten an den Standrohren (nach hinten weisend, vergesst die Schrauben senkrecht unter den Rohren). Für spätere Modelle, die keine Ablasssschrauben mehr haben, habe ich aber auch einige ergänzende Sätze. (Just beim Schreiben erschien doch in der Zeitschrift MOTORRAD 9/2002, wie passend, auf Seite 152 eine ähnliche, allgemeine Anleitung.)

Wie immer gilt, dass ihr auf eigene Gefahr schraubt. Liest euch erstmal alles durch, schaut euch die beschriebenen Punkte an der Alp an und legt dann erst los.

  1. Die Alp auf den Hauptständer stellen und / bzw. so hoch und stabil aufbocken (Wasserkiste, Wagenheber), dass das Vorderrad frei ist, und man die Standrohre bei Bedarf (siehe 6.) nach unten rausziehen kann.
  2. Beide vorderen Seitenverkleidungen entfernen.
  3. Die oberen Gabelklemmungen lösen (je 2 mal SW12), die Schrauben können drinbleiben. Eventuell die Klemmungen leicht auseinanderdrücken.
  4. Beide Gabelstopfen ebenfalls nur lösen (am Besten mit guter SW17 Nuss mit Verlängerung, da sehr weiches Alu).
  5. Auffanggefäß (min. 550 ml) bereithalten und nacheinander unten die nach hinten zeigenden Ölablassschrauben (SW10) abschrauben (vorher Lenker ganz nach rechts bzw. links), das alte Öl ablassen, (Vorsicht, das Öl schießt ca. 40cm nach hinten raus) und die Ablassschrauben (bei Bedarf mit neuen Dichtringen) vorsichtig wieder anziehen (Drehmonent laut Bücheli bei 6mm Gewinde 8-12 Nm).
  6. Wenn keine Ölablassschrauben vorhanden sind, nun das Vorderrad (evtl. auch Schutzblech und Gabelstabilisator) ausbauen, Bremse abbauen, die Position der Gabelstandrohre an den Gabelklemmungen markieren, falls vorher schon gelöst, die Gabelstopfen wieder leicht anziehen, nacheinander die unteren Gabelklemmungen lösen und das Gabelstandrohr nach unten rausziehen, Innereien raus (siehe 7. - 8.) und Öl ausgießen. Standrohr wieder einbauen. Unten alles anbauen (die Achsklemmfaust mit Pfeil nach oben ansetzen und zuerst die oberen beiden Schrauben anziehen (je 10-14 Nm laut Bücheli) und unteren Gabelklemmungen wieder festziehen (Drehmonent laut Bücheli 30-40 Nm).
  7. Die Gabelstopfen ganz abschrauben (Vorsicht, stehen unter Federdruck) und die Höhe der herausschauenden Innereien merken. So denn original, müsste die Höhe der Innereien ungefähr mit der Oberkannte der Rohre abschließen. Meiner Meinung nach soll man die Stopfen später nur leicht zum Reinschrauben reindrücken müssen. Dieses als Hinweis auf die ewigen Fragen / Diskussionen, ob denn bei progressiven Federn die Hülsen mit verbaut werden müssen. Es kann keinen Sinn machen, die Stopfen mit aller Macht zum Reinschrauben nach unten drücken zu müssen. Z. B. zerstört man sich dabei nämlich beim Verkannten zu leicht die feinen Alugewinde. Hingegen macht kein Widerstand auch keinen Sinn. Das alles stimmt natürlich nur bei der Annahme, dass voll eingefedert der "richtige" Montagezustand ist.
  8. Jeweils die Innereien, wie Distanzhülse, Sitzscheibe und Feder herausziehen. Ausbaureihenfolge und die Position der engen Federwicklungen merken.
  9. Manche Menschen wechseln an dieser Stelle noch die Simmerringe. Meine sind nach knapp 100Mm noch dicht und ich habe keine Ahnung, wie man die tauscht. Soll aber einfach sein.
  10. Und andere tauschen die originalen Standrohrgummibälge gegen welche aus Neopren aus. Auch keine Ahnung, wie das geht. Könnte aber auch einfach sein.
  11. Jetzt das Vorderrad ganz einfedern. Geht mit einem Spanngurt recht gut (Gummiummantelte Haken an die Lenkerquerstrebe, Gurt durch das Vorderrad ziehen und spannen).
  12. Die folgenden Werte sollten bei Zubehörfedern in der Anleitung stehen: Das Gabelöl nach vorgeschriebener Art und Menge einfüllen (original je 549ml SAE 7,5W(?); W*lbers und Pr*moto z. B. je 500ml(?) SAE 10W) und das vorgeschriebene Luftpolster über dem Öl mittig an der Oberkante vom Standrohr (original 12,5cm; W*lbers und Pr*moto z. B. 16cm) messen. Ein Zollstock und eine längere Spritze (15ml) mit dicker Kanüle aus der Apotheke (man wird euch nicht für einen Junkie halten) helfen beim Korrigieren.
  13. Die Gabel wieder ganz ausfedern.
  14. Die Innereien in Form der alten oder neuen Federn, der Sitzscheiben und je nach Federlänge und Anleitung (sonst nach Ausbauhöhe, siehe 6.) die Distanzhülsen, einsetzen. Bei originalen Federn sollten die engen Wicklungen laut Bücheli unten, sonst bei progressiven Federn oben sein (schaut besser in eure Anleitungen).
  15. Die beiden Stopfen (bei Bedarf mit neuen O-Ringen) jeweils senkrecht auf die Rohre drücken (geht mit Knarre und Verlängerung am Besten) und vorsichtig einschrauben. Die Gewinde gehen sehr leicht kaputt! Wenn ihr einen schon leicht stärkeren Widerstand spürt, zurückdrehen. Wenn das Gewinde richtig fasst, lassen sich die Stopfen sehr leicht reindrehen. Gut handfest anziehen (Drehmoment im Bücheli nicht erwähnt).
  16. Die oberen Klemmungen wieder festziehen (Drehmonent laut Bücheli 24-30 Nm).
  17. Wenn alles wieder fest ist (vor allem die vier plus vier Gabelklemmschrauben SW12) losfahren und Spass haben.

Nachtrag von September 2008

Mittlerweile habe ich eine zweite, 94er, Transalp, die ich wegen ihrer weichen Federung Sänfte nenne. Sie hat die W*rth-Federn der 88er Öldurst bekommen (ich glaube dummerweise mit 7,5er Öl) und ist viel zu weich. Sie schaukelt regelrecht bei Bodenwellen und nach dem Bremsen im Stand. Dagegen ist die 88er mit Originalfedern und 10er Öl straff gefedert.

Jemand aus dem Transalp.de-Forum hat 15er LiquiM*ly-Öl für seine RD genommen: Zusammen knapp ein Liter und jeweils 140mm Luftpolster. Prompt ist er zufrieden und mag er seine W*rth-Federn nicht mehr verbauen. Ein anderer hat nur 250ml(!) je Holm 15er W*lbers-Öl genommen und es schaukelt nicht mehr.

Ich habe 1L 15er F*chs Silkolene PRO RSF bei TM-Racing nebenan gekauft und werde das originale Luftpolster von 120mm probieren.

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